von FE[VR6] » So 15 Okt, 2006 23:36
erstmal was zur schingungsdämpfung:
Bei vielen dynamischen Prozessen an Maschinen treten Torsionsschwingungen (zum Beispiel Unwuchten) auf. Schwingungen entstehen durch periodische auftretende Kräfte. Gegenüber einer großen Schwungradmasse sind diese Kräfte relativ klein. Die Schwingungsauschläge sind geringer. Von Nachteil ist, dass eine große Masse in Bewegung gesetzt werden muss, welche bei Fahrzeugen Zusatzgewicht bedeutet. Daher wird meist versucht, die Schwingungen gering zu halten oder auf andere Arten zu verringern (Dämpfung).
Zur Schwingungsdämpfung (eigentlich: Amplituden-Verringerung) erstmals eingesetzt, wurde ein Schwungrad bei dem Motor des BMW-Motorrads R 69 S ab Baujahr 1960, um die zuvor vielfachen Kurbelwellenbrüche infolge von Schwingungen bei dem hochbelasteten Motor zu verhindern. Hier sorgte ein kleines Schwungrad auf der der Kupplung gegenüberliegenden Seite vorn am Motor für einen besseren Gleichförmigkeitsgrad des Schwingungs-Systems Kurbelwelle-Schwungrad-Kupplung.
Eine ähnliche Sonderform des Schwungrades im Pkw bildet das sog. Zweimassenschwungrad. Hier wird durch den Einsatz einer Primär - und einer Sekundärschwungmasse die Übertragung von Motorschwingungen auf den restlichen Antriebsstrang stark reduziert (z.B. Getriebeleerlaufrasseln). Primär- und Sekundärschwungmasse sind durch ein genau abgestimmtes Feder-/Dämpfersystem voneinander getrennt. Die getriebeseitige Schwungmasse (Sekundärschwungmasse) ist höher ausgelegt als die motorseitige Schwungmasse (Primärschwungmasse). Das Massenträgheitsmoment des Getriebes wird hierdurch erhöht, Resonanzschwingungen auf den Antriebsstrang stark reduziert.